Durch 1000 Tore musst Du gehn

Einige Wege führen zum Gipfel des heiligen Berges südlich von Kyoto – gesäumt sind sie von orangenen Toren.

Hunderte. Tausende. Unzählige.

Manche sind kleiner und stehen dicht aneinander gereiht. Sie bilden einen Tunnel, schotten von der Umgebung ab und führen Dich immer weiter, immer höher. So geht es gerade den Weg entlang, um Kurven herum und Treppen hinauf. Das Ziel des Weges ist nicht mehr zu sehen. Du folgst dem orangen Sog.

Und dann sind da hohe Tore – riesige orange Stämme, die zusammengefügt wurden. Diese Tore haben mehr Platz, drängen sich nicht so aneinander. Sie lassen den Blick die Umgebung erkunden. Und doch kehre ich immer wieder zum nächsten Tor zurück. Bedeutung, Stärke und Macht – das strahlen diese Tore aus. Jedes ein Eingang zu etwas Großem.

Und dann sind da noch die ganz kleinen. Es passt nicht nicht male jemand durch. Und stehen können sie auch nicht von allein. Sie sind an Gedenksteine gelehnt. Aneinander, übereinander, durcheinander. Aber auch sie haben etwas zu sagen in ihrem knalligen Orange. Auch sie heben sich vom Rest der Umgebung deutlich ab und weisen auf die Bedeutung dieses Ortes hin.

Und durch alle diese Tore – tausende – gehst Du und erreichst den Gipfel und wirst wieder zum heiligen Tempel geführt. Ein schöner Weg. Besonders.

2 Gedanken zu “Durch 1000 Tore musst Du gehn

  1. Liebe Gesa, wie schön, dass Du deinen Blog wieder ins Leben gerufen hast.
    Die Bilder der 1000 Tore sind total faszinierend und ich frage mich, was die Menschen, die sie gebaut haben, mit Ihnen zum Ausdruck bringend wollten. Auf jeden Fall regen sie an inne zu halten & das ist ja oft der erste Schritt etwas Neues zu erkennen. Lieben Gruß, Barbara

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    1. Liebe Gesa, Danke! Ich freu mich auch, wieder Essenzen zu finden, zu schreiben und Bilder auszusuchen.
      Die Tore werden von Individuen oder Firmen gespendet. Je größer das Tor, umso teurer. Der Tempel ist dem Shinto Gott des Reis gewidmet. (vielleicht also besonders hungrige Menschen, die auch in Zukunft ne volle Schale abhaben wollen 😉)
      Wirklich ein phantastischer Ort!

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