Ich war einfach nicht vorbereitet. Vorbereitet darauf, dass alles, einfach alles anders ist hier. Alle Sinne werden angesprochen – konstant, immer, anders. Vor allem in der Stadt bedeutet das für mich in der Summe Eines: Überforderung. Menschenmassen, jeder für sich. Klangteppiche, durchzogen von schillernd-elektrischen Zwischentönen. Blickwirrwarr, prasselnde Farben und Formen. Gefühlschaos, bekanntes wiedersuchend. Geschmacksfremdheit, überraschende Elemente.
Nichts ist bekannt. In keiner Dimension.
Und meist prallen alle Dimensionen aufeinander – im Sekundentakt.





Da hilft mir manchmal nur eines. Das andere Japan. Das Japan, wo das Land in seiner Ursprünglichkeit wahrnehmbar ist.
Natur.
Natürlich.
Wunderschöne Landstriche breiten sich aus. Berge, Wälder, Flüsse und abgelegene Dörfer, die einen Charme haben, der mich sehr in seinen Bann zieht. Der Charme längst vergangener Zeit. Gepaart mit einer wunderschönen Reduktion auf Notwendiges.












Und dann lande ich heute nach einiger Zeit auf einem uralten Pilgerweg, dem japanischen „Camino“ in Hiroshima. Ich weiss, es gibt viele Seiten dieser Stadt. Aber für mich ist diese Geschichte so deutlich fühlbar, dass es sich wie ein Schleier auf alles legt. Es ist schmeckbar. Es liegt auf der Zunge. Dieser Hauch des Todes. Alles scheint eine Nuance leiser. Trauriger. Zurückgenommener.
Es erschüttert mich tief, der Geschichte dieses Ortes wieder und wieder zu begegnen hier. Und das in dieser Zeit.
Und es fallen mir nur drei Worte ein: Never ever again.

