Gigantismus & die Sehnsucht 

Abu Dhabi und Dubai – Ein Superlativ jagt den anderen: höchstes Gebäude, größte Mall, größtes Flughafen-Drehkreuz, teuerstes Hotel, menschengeschaffene Inseln, jede Mensche Ferraris und und und. Je nachdem, wie ich drauf bin, erzeugt das Staunen und Bewunderung oder auch Distanz, manchmal sogar irgendwie Abscheu. Die Wärme fehlt. Das Gewachsene. Manchmal, habe ich das Gefühl, ist es nur ein Zeigen, was man mit Geld alles machen kann. Und das ist viel. Richtig viel.

Dem Gegenüber stehen aber die Begegnungen mit den Taxifahrern, die aus Indien, Pakistan, Bangladesh, Uganda kommen. Sie erzählen schnell ihre Geschichte. Sie sind da, um Geld zu verdienen, sehnen sich nach ihrer Heimat. Sie haben studiert und wohnen zu sechst in einem Zimmer, weil mehr einfach nicht drin ist. Sie arbeiten 12 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Sie warten auf die Zeit, wo sie nach Hause können mit genug Geld für ein Haus, Startkapital für ein eigenes Business. Oder sie sind einfach da, weil der Bruder gerade studiert und Unterstützung braucht. In der Hoffnung, dass es auch irgendwann mal an der Zeit ist, wo sie selbst dran sind. Diese Lebensgeschichten werden manchmal sehr nüchtern geteilt, sie gehen aber zu Herzen und zeigen die Extreme in diesem Land: Gigantismus und die elementaren Sehnsüchte der Menschen, die auch darin leben.

  

  
Strukturen – sie faszinieren mich in diesem Land. Und einmal entdeckt, lenken Sie meinen Blick auf immer wieder neue graphische Eindrücke. Da sind Hochhäuser, die einfach wunderschön sind. Nicht nur kastige Klötze wie in Deutschland. Es sind geschwungene, gebogene, fast verspielt wirkende Giganten. Wasser und Licht werden bewusst eingesetzt und erzeugen Bilder, ja manchmal fast kleine Welten.

 
  
Und dann unvergesslich: die Wüste. Der Sand in weichen Bögen verweht oder in hart gebackenen Rillen geriffelt. Das Licht bringt all diese Schönheiten in einem besonderen Licht hervor – warm, weich-zeichnend, schmeichelnd. Die Worte fehlen mir, das genau zu beschreiben. Aber es fasziniert mich und weckt die Lust auf mehr.

             
Love is all around oder 24/7  – Zuletzt das wichtigste Erlebnis dieser kurzen Reise in die Emirate. Ich treffe Adrienne und Jule. Nach 2,5 Monaten und unendlich vielen Erlebnissen, Gefühlen und Eindrücken. Endlich. Ich freue mich wie irre und dennoch: ich tue mir am Anfang schwer, nach dem vielen alleine sein und alleine reisen. 24/7 in Gemeinschaft. 24/7 versuchen, alle Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen. Aber irgendwie gewöhne ich mich sehr schnell und für mich unbemerkt an diese neue Konstellation. Und wieder allein vermisse ich sie, die beiden. Gemeinsam zu entdecken, gemeinsam einzuschlafen und aufzuwachen, sich gegenseitig in Aufs und Abs zu begleiten und manchmal auch auszuhalten, zusammen zu lachen und zu essen, Blicke, Erlebnisse, Gefühle zu teilen, sich zusammen zu wundern, gemeinsam zu staunen, zu planen – all das ist Teil meiner Zeit mit den beiden. Danke dafür. 

  
Gemeinsam erleben wir auch zwei Ausflüge, die von Udo für uns aus der Schweiz organisiert werden. Wir lernen durch Zak „Shower, Mama!“ (Schawrma – ein arabisches Wrap einfach zu schwer zu merken, dieses Wort) kennen, genießen eine Stadtrundfahrt und ein Besuch im teuersten Hotel in Abu Dhabi. Maurice zeigt und alles, was wir im Meer vor Abu Dhabi sehen müssen. Ich bin glücklich, viele wunderbare Menschen in meinem Leben zu haben. Selbst wenn sie derzeit oft weit weg sind. 

   
   
Wir Ladies gehen shoppen, machen Beauty-Programm bei Tips&Toes, genießen Pool und Meer, trinken unsere Drink-Entdeckung des Jahres (Minted Lemonade), schauen uns die Moschee an, essen immer und immer wieder unsere Leinblings-libanesischen Gerichte und haben jede Menge Spaß beim Verkleiden. 

Ich bin dankbar. Und ziehe weiter – mit der Freude auf viel Natur! Neuseeland.

   
 
   
  

    
 

2 Gedanken zu “Gigantismus & die Sehnsucht 

  1. „Das Wasser reinigt den Körper – Die Wüste reinigt die Seele.“

    Das kann man nicht beschreiben – das muss man erleben.

    Liebe Gesa…. ich verfolge Dich :))
    …und warte mit Spannung auf den nächsten Bericht…

    Sonnige Grüße Gudrun

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