Stille Nacht oder ein Stück vom Paradies

Ich hätte den Blogeintrag gern mit „no worries“ betitelt – denn genau das war der Kern dieses Trips zu den Pfingstinseln für mich. Da das nun aber wirklich abgedroschen ist, werde ich versuchen zu beschreiben, was genau diese Atmosphäre ausmacht, die man wohl wirklich treffend nur mit diesen beiden Worten beschreiben kann.

Kreieren tun diese Atmosphäre wohl am ehesten zwei Komponenten: „meine“ Crew und die Natur, in der wir uns bewegen.  Conor und Cuzzy – völlig in sich selbst ruhend und zufrieden, solange Meer und Sonne um sie sind und Wind in den Segeln der Silent Night ist. Viel mehr – so hat man das Gefühl – brauchen die beiden nicht. Ein kleines, eingespieltes Team, verantwortungsvoll, aber immer auch den Schalk im Nacken. Ruhig und offen, Surfer-Style Coolness gepaart mit ruhiger Warhmherzigkeit. Jeder hat einen Platz bei Ihnen. Es wird nicht viel Tamtam gemacht. Musik und ausgeglichene Fröhlichkeit  zeichnet sie aus. Alle sind „sweetheart“, „darling“, „bro“ etc. und trotzdem kommt’s von Herzen. 

Und dann die Natur. Sobald die Marina ein Stück weit hinter einem liegt, ist die Weite des Meeres einfach unbeschreiblich. Nicht beängstigend, sondern beruhigend. Immer wieder taucht eine Insel auf. Mal breit und flach. Mal grüne, fast moosige Hügel. Mal nur ein Hubbel im Meer. Der Wind – er weht einem nicht so ins Gesicht, dass man sich nach einem Friesennerz sehnt, sondern es ist eine warme, sanfte Brise. Mal etwas heftiger, mal weniger heftig. Aber nie störend. Wie eine Möwe wird man da – die Nase immer in den Wind strecken. Die Sonne – sie ist das einzige, wovor man sich in Acht nehmen muss. Aber das geht. Und obwohl Wind, Wasser und Sonne ja schon immer irgendwie in Bewegung sind: alles ist ruhig, alles spielt zusammen. Klasse.

Und dann das. Schnorcheln im Great Barrier Reef. Mitten in Schwärmen von Fischen – groß, klein, winzig, riesig, bunt, schwarz-weiß, flach, kugelig und platt. Alle sind sie da. Manchmal schweben sie durchs Wasser – in großen Formationen. Dann schießt einer gejagt vom anderen quer.

Die Korallen sind Verstecke für Jäger und Gejagte gleichermaßen. Manche wiegen sich weich in der Strömung, manche sind rund und starr und haben eine Oberflächenstruktur wie Gehirnwindungen, manche sind blass, manche violett, rot oder blau. Sobald die Sonne auf diese Unterwasserwelt scheint, wird alles nochmal intensiver. Und man kann sich einfach treiben lassen im warmen Wasser (mit Stinger-Suit an gegen die gefährlichen Quellen) und das Spektakel beobachten. Es ist wunderschön!

Segeln ist zudem ein „First“ für mich. Als sich das Schiff das erste Mal in einen 70° Winkel legt, ist es seltsam und ich schaue den Captain an, ob das normal ist. „No worries“. Danach ist auch das einfach nur toll und ich wünschte, wir hätten nur ein einziges Mal kurz das Segel im Wasser gehabt ;o) Nächstes Mal vielleicht. 

  

  

    
     

 
  

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