Es ist seltsam, diesen Beitrag zu posten. Denn seit einiger Zeit bin ich schon wieder Zuhause. Ich bin nicht mehr auf Bali. Fast überstürzt bin ich aufgebrochen. Denn Agung, der heilige Berg der Balinesen, der Vulkan im Norden der Insel ist ausgebrochen. Keiner kann sagen, ob es nur ein kleiner Asche-und-Lava-Husten ist oder ob ein wirkliches Desaster droht. Aber mit zunehmender Asche, zunehmender Sorge, welche Vorkehrungen wann nötig sind und wann es Zeit ist zu gehen, war mein Punkt gekommen. Und ich bin mit einem weinenden und einem lachenden Auge nach Hause gefahren.
Ich poste also nun, was ich vor meiner Abreise schon geschrieben hatte…
Ich bin nun schon eine Woche hier auf Bali und dennoch fällt es mir schwer zu schreiben. Ich bin hier mehr „auf-der-Durchreise-Zuhause“ denn ein Tourist. Ich habe meinen Rucksack ausgepackt, meinen Schrank eingeräumt. Morgens halte ich einen kleinen Smalltalk-Schnack mit meinen Nachbarn und mit einigen der Café-Besitzer in denen ich jetzt quasi ein „Regular“ bin. Und: ich bin nicht nur zum Schlafen „Zuhause“. Ich lese, schreibe, träume, telefoniere dort.
Also tatsächlich wieder alles anders. Von dieser festen Basis angefangen.
Aber was macht mein Leben hier im Moment sonst noch aus? Was ist es, was mein Erleben hier anders macht? Was macht Bali im Moment für mich aus?


Der Dschungel ruft. Um genau zu sein: er brüllt, schreit, trommelt. Der Lautstärkeregler ist am Anschlag. Die Blätter sind nicht lindgrün. Sie sind knallgrün. Sie ranken nicht zart – sie sind raumgreifend, groß wie Menschen. Sie stehen nicht vereinzelt, dekorativ, bewundernd anzusehen – sie überwuchern sich gegenseitig und alles andere in Massen. Sie wachsen in mehreren Schichten über- und untereinander, scheinen sich im Wettkampf. um Größe und besten Platz übertrumpfen zu wollen.
Und um in dieser Fülle nicht unterzugehen, tun die Tiere es den Pflanzen gleich. Vor allem nachts. Das hat mich am Anfang den Schlaf gekostet. Sobald es dunkel wird, scheinen sich die Geräusche nochmal zu intensivieren. Der konstante Teppich des Zirpens wird gesteigert und darüber legen sich Affenschreie, Hahengekrähe und allerlei andere Laute, die zu beschreiben mir schlicht unmöglich ist. Diese Intensität, diese Fülle ist mein Bali.


Und mein Bali ist Liebe zum Detail, die Verschmelzung der Welten. So gleichen manche Häuser Tempeln. Die Gärten und Blüten, Statuen, Bögen und Schnitzereien locken mich hinein. Und so stehe ich oft ungewollt in privaten Gärten, umgeben von offenen Gebäuden – wollte ich doch nur der Magie einer Ganesha-Figur folgen, die ich durch den Torbogen sah – annehmend, ich würde in ein Tempel-Areal gehen. Für mich scheint keine Trennung erkennbar zwischen Alltag und Glaube oder Spiritualität. Irgendwie ein schönes Gefühl, dass irgendwie alles ineinander zu fließen scheint.











