Reizüberflutung

Erst wollte ich diesen Abschnitt „Oranje“ nennen. Denn es schafft wohl kaum einer, was diese Meister in Sachen Farben hier zaubern. Auch ohne Sonne strahlt das Orange der Tempel hier in Kyoto – faszinierend. Wie von selbst wird der Blick immer wieder dorthin gedreht. Der Fokus immer wieder ausgerichtet auf das, was diesen Künstlern wohl im wahrsten Sinne des Wortes heilig war. Sie haben genau den richtigen Orange-Ton getroffen. Satt ist er, warm und doch strahlend klar. Und die dazugehörigen Muster und Farbtöne – meist komplementär oder neutral gewählt, scheinen nur zu einem da zu sein: das Orange noch mehr zum glänzen zu bringen. Eine Freude, das zu sehen.

Doch wäre der Tag recht eindimensional, wenn die Essenz nur das eine, das „Oranje“ gewesen wäre. Von Reizüberflutung weit entfernt. Doch da gibt es noch etwas. Ebenso faszinierend – doch auf eine ganz andere Weise. Zen. In Bauten, aber vor allem Gärten spürbar. Leise – gar still, zurückhaltend, friedlich, zart, klar, unaufgeregt und totale Reduktion um das Maximum auf das Maximum. Es braucht etwas zur-Ruhe-Kommen, damit man den Effekt dieses Charakters spüren und aufnehmen kann. Aber dann entfaltet er sich ebenso gross wie das raumgreifende Orange. Nur eben auf seine Weise. Zartschön.

Und dann wäre da noch das bunte Leben, das zu betrachten heute einfach auch total viel Spass gemacht hat. Kimonos in allen Farben in Szenerien, die genauso bunt waren. Auch klasse. Ein toller Tag.

Und dann bin da noch ich ;o)

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