Tief hängen die schweren Wolken in den Bergen. Nass ist es und kalt. Der Wind nimmt zu. Es ist nicht mehr zu übersehen: der Taifun nähert sich. Die Anzeichen sind klar. Und so sehr mir ein paar Grad wärmer gefallen würden, so ist es doch genau das Wetter, das aus Japans größtem Friedhof für mich einen Zauberwald macht. Die Gedenksteine -manche viele hundert Jahre alt, übermannshoch, windschief umkippend stehend und oft fünfgliedrige Stupas- glänzen im Regen; das Moos wird noch grüner und wirkt beinah kuschelig weich; die Nebelschwaden lassen alles leicht mystisch scheinen. Wenn es Trolle gibt oder dergleichen: das wäre ihr Zuhause.
Der Gründer dieses Ortes ging heute vor über 1200 Jahren in die „ewige Meditation“. Und genau so fühlt sich der Ort an. Seltsam ruhig und friedlich. Es hat so gar nichts gruseliges oder totes.




