Ich tauche ein in eine neue Welt. Die wuselige, bunte, staubige, verzaubernde Welt Nepals. Und eintauchen ist auch irgendwie nicht richtig. Vielmehr werde ich eingesogen davon. Sie macht etwas mit Dir diese Welt. Sie vereinnahmt und begeistert, lässt staunen und ratlos sein, bewundern und verwundern. Alles auf ein Mal.
Nach einer aufregenden Flugreise über Bangkok nach Kathmandu. Dort von meinem kleinen Balkon erstmal ein Blick auf die Dächer der Häuser Kathmandus. Leben findet darauf statt. Es wird gekocht, gewaschen, getrocknet, entlaust ;o) Nach einem Teechen dort – direkt in das Gewimmel der Straßen von Thamel. Umwerfend. Alles klein, eng, unbetontiert, trotzdem farbenfroh, faszinierend, wimmelnd, in seinen Bann ziehend. Alles ist da. Aber nichts drängt sich auf. Ich bin begeistert. Auch wenn es manchmal einfach nur unwirklich scheint. Kathmandu überrascht mich. Und es berührt mich. Eine tolle Stadt!
Und dann dies: ein Flug zum Everest. Nur Berge sehen? Weit gefehlt. Die Magie dieser Bergwelt ist deutlich zu spüren. Und es ist einfach nicht zu fassen, wirklich am Dach der Welt zu sein. Mit einem kleine Sektchen ist das Feiern dieses Moments einfach nicht mehr zu toppen.
Auch schnell vergessen ist die Wartezeit wegen schlechten Wetters in Kathmandu. Denn ich lerne sehr nette Traveller kennen, mit denen ich die Stadt erkunde, zu Abend esse und am nächsten Tag raften gehe. Unfassbar, was passieren kann, wenn man es lässt. Die Sehenswürdigkeiten Kathmandus sind einzigartig. Die Bauten sind mal hinduistisch mal buddhistisch geprägt, mal verfallen, vom Erdbeben erschüttert, mal einfach nur prachtvoll geschmückt. Aber was immer bleibt ist eine unheimliche Anziehung. Wir sehen alte Tempel, mit den tollsten Holzschnitzerein verziert, Blicke vom Affentempel weit über die Stadt, heilige Männer und heilige Stätten – deren Bedeutung zu verstehen sicher nicht einfach ist, die aber in sich eine Ausstrahlung haben, die einfach wirkt.
Und am nächsten Tag wieder etwas Neues für mich. Ich stürze mich in die Fluten. Whitewater-Rafting. Am Anfang bin ich froh, dass das Wasser relativ sanft ist, nachher hätte ich gern mehr Action. Auf jeden Fall steht fest: mehr davon! Und auch hier begeistert mich nicht nur der Fakt, dass das echt richtig Spaß macht, sondern auch die riesigen Hängebrücken, die aussehen wie selbstgebastelt, die Körbe mit Material und Menschen, die da über Seilbahnen von A nach B gezogen werden. Und die Vorstellung, dass auch dieser Fluss Teil des Ganges wird, über den ich schon so viel gelesen haben, macht diese Erfahrung zu einer besonderen für mich.
Und jetzt: auch nach Pokhara. Das nächste Abendteuer wartet: trekken auf dem Annapurna Circuit!