Da bin ich nun also – mitten im Ceylonesischen Teeanbaugebiet. Müde und geschafft, aber sehr glücklich nach der wohl schönsten Zugfahrt der Erde. Aber einen Schritt zurück.
Kandy – für mich bisher das Lowlight und trotzdem eine gute Erfahrung. Ich fühle mich zum ersten Mal einsam. Mutterseelenallein. Und schlichtweg am falschen Ort. Nichts kann mich aufmuntern und ich habe das Gefühl, keine Ruhe in mir zu haben. Draußen ist es staubig, dreckig, laut. Drinnen auch irgendwie.
Der Zahntempel ist so busy und so weit weg von einem Ort, der Kraft und Ruhe geben kann, wie ich es mir in dem Moment nur denken kann. Doch dann kommt ein Einheimischer und fragt einfach so, warum ich traurig bin. Wir kennen uns nicht und trotzdem sag ich ihm, was in mir vorgeht. Wir sprechen kurz. Er fragt, ob es mir gut täte, wenn er mich mal drückt. Eine schöne Geste! Wir gehen weiter – jeder seines Weges.
Später treffe ich ihn wieder. Wir philosophieren kurz über das Leben und was uns darin wichtig ist. Er zeigt mir den Weg zu einer Tanzshow, die gut sein soll. Er bietet an, dass wir später noch was zusammen essen gehen. Nur wenn ich will und völlig frei. Schon bin ich nicht mehr wirklich mutterseelenallein. Bei der Tanzshow komme ich durch Zufall neben Italienern zu sitzen, die in London wohnen. Und wir ziehen nach der Show gemeinsam los. WIr gehen zu einem Markt, um für ein Waisenhaus um die Ecke Stifte, Bücher und Hefte zu kaufen. Und wir liefern die großen Tüten ab. WIr sprechen und spielen mit den Mädchen. Es ist ein Geschenk. Für mich. Ich bin so weit weg von mutterseelenallein wie es nur geht!!! Die Italiener und ich gehen noch was essen und um Mitternacht bin ich in meinem Bettchen. Eine emotionale Reise – eine weite.
Da ich die Freiheit habe zu sein, wo ich will, beschließe ich zu gehen aus Kandy. War es nicht genau das, was ich gefürchtet hatte: nicht zu wissen, was ich will, die unendliche Freiheit nicht wirklich umsetzen zu können in Dinge, die mir gut tun und die ich wirklich will? Es geht also. Einfach machen.
Am Bahnhof treffe ich einige weitere Reisende und wir haben eine superschöne Zeit und teilen Erfahrungen, Essen, Tipps, Ansichten und und und …
… Und wir teilen die schönste Zugfahrt, die ich bisher gemacht habe. In der Tür eines Wagens, auf dem Boden sitzend, mit Fremden, die in kürzester Zeit befreundete Mitreisende werden. Wir staunen, lachen, teilen und genießen die wunderschöne Landschaft. Einfach unglaublich!
Was für eine Reise.



Hallo Gesa,
ich verfolge deine Reise mit großem Interesse auf meinem Computer und auf Mutters I-Pad. Ich bringe grade meine Peru-Reise unter Dach und Fach. Da denke ich auch ans Essen:-). Du hast wenig darüber geschrieben, was du isst, es scheint vor allen Dingen Papayas. Damit könntest du mich jagen. Was isst du noch morgens, mittags, abends, oder (wenn du das nicht beantworten kannst): was essen die Ceylonesen?
Weiterhin gute Reise!
Vadder
Mutter ist heute nach Laufenburg zum Babysitten
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Hey Dädle,
Was esse ich hier so. Gute Frage. Zum Frühstück gibt es meist eher Westliches Essen bisher. Das heißt: Toast (manchmal auch Rothi), (gesalzene) Marmelade, Omlett mit Zwiebeln und Tomaten, Obst, frischen Saft/Smoothies (oft Papaya) und Tee oder Kaffee. Heute bin ich allerdings in einem Homestay und habe gerade dem Kochen am Fluss über offenem Feuer zugesehen. Und ich werde morgen Sri Lankisches Frühstück essen.
Mittags esse ich meist Streetfood. Oft Samosas (kleine, gefüllte Teigtaschen), Linsenbratlinge oder so was.
Und abends oft Vegetable Curry, also Reis mit meist 3-4 unterschiedlichen Gemüsegerichten. Heute zum Beispiel: die Samen der Jack-Fruit, Maniok-Curry und irgendwelche grünen Blätter, die ein wenig nach Spinat schmeckten. Zum Nachtisch steht meist Obst aufm Plan. Heute: Wassermelone, in Kokos gewälzte Bananenscheiben.
Gibt Dir das einen Eindruck, was ich hier s futtere?
Und bei Dir ist wieder Peru dran? Wann? Und was genau? Ist ja super!!!
Drücker
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Hab’s offensichtlich geschafft. Danke für die Hilfe!
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Seeeehr gern. War schön, heute mit euch zu facetimen
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